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Hochgeschwindigkeits-ICE-Strecke macht Erfurt zum Tagungs- und Kongresszentrum Deutschlands (TA 22.11.2017)

http://www.thueringer-allgemeine.de/startseite/detail/-/specific/Bahn-Vorstand-Erfurt-wird-zum-Kongresszentrum-in-Deutschland-922247631

Von Bernd Jentsch
Berlin. Mit der Inbetriebnahme der schnellen ICE-Linie zwischen Berlin und München wird Erfurt zum Tagungs- und Kongresszentrum Deutschlands. Davon zeigt sich der Infrastruktur-Vorstand der Deutschen Bahn AG, Ronald Pofalla, überzeugt. Erfurt rücke damit in die Mitte von Deutschland, erklärte Pofalla im Gespräch mit der Thüringer Allgemeinen im Bahntower in Berlin.

„An Erfurt wird der Nutzen des Projektes besonders deutlich: Die thüringische Landeshauptstadt wird zur Drehscheibe des Regional- und Fernverkehrs. Die Zahl der ICE-Abfahrten erhöht sich um 70 Prozent auf 80 Abfahrten. Das wird der Stadt ganz neue Impulse verleihen“, sagte Pofalla.

Rund 17 Millionen Menschen werden nach seinen Angaben direkt von dem Projekt profitieren. „Nicht nur Berlin und München, vor allem auch Erfurt, ebenso Halle und Leipzig, Dresden und Eisenach, Bamberg, Coburg, Magdeburg und Frankfurt am Main – viele Regionen erhalten schnellere Verbindungen“, erklärte der Bahn-Vorstand.

Wenn man ab Dezember mit dem Sprinter-ICE die Strecke von Berlin nach München in weniger als vier Stunden zurücklegen könne, dann schlage der Zug klar das Auto und werde zur attraktiven Alternative zum Flugzeug zwischen den Metropolregionen, so Pofalla.

Der erwarteten zusätzlichen Nachfrage begegne die Bahn mit einer deutlichen Ausweitung der Sitzplatz-Kapazitäten. Unter der Woche steigere man das Angebot um etwa 90 Prozent, das seien dann 10 000 Plätze mehr an jedem Tag.

Zwar verlieren die Städte Jena und Naumburg mit der Inbetriebnahme der neuen ICE-Trasse über Erfurt jeweils den direkten ICE-Stundentakt nach Berlin und München, räumte Pofalla ein. Für Saalfeld verlängerten sich mit dem Weg über Erfurt die Fahrzeiten nach Berlin oder nach München um bis zu 30 Minuten. „Wir werden die Saalebahn aber nicht abhängen: Ein ICE-Zug wird den Wissenschaftsstandort Jena morgens über Leipzig direkt mit Berlin verbinden“, so Pofalla. Die Ankunft gegen 9.30 Uhr ermögliche Tagestermine in der Hauptstadt. In die Gegenrichtung verkehre der Zug um 18.30 Uhr ab Berlin nach Jena.

Auch Hamburg werde in beiden Richtungen umsteigefrei erreicht. Neu sei eine durchgehende Intercity-Verbindung im Saaletal an sechs Tagen pro Woche von Karlsruhe nach Leipzig Der Zug lege die Strecke Nürnberg–Leipzig in rund 3:40 Stunden zurück – in etwa so schnell wie der heutige ICE.

Die neue Schnellbahntrasse zwischen Berlin und München über Erfurt – die rund zehn Milliarden Euro gekostet hat – wird mit einer Premierenfahrt in die deutsche Hauptstadt am 8. Dezember feierlich eröffnet. Damit wird das letzte Verkehrsprojekt der Deutschen Einheit in Betrieb genommen, 27 Jahre nach der Entscheidung des Bundeskabinetts über diese Vorhaben im Jahr 1991.

Mit dem Fahrplanwechsel am 10. Dezember verkehren reguläre Züge auf der Neubaustrecke durch den Thüringer Wald. Damit verbunden ist die größte Angebotsverbesserung in der Geschichte der Bahn.

Bahn-Vorstand Ronald Pofalla im Interview

Bernd Jentsch / 22.11.17
Z0R0138273149